Montag, 16. Mai 2016

Handball Turnier, Besuch aus Deutschland und Wassernotstand



Hallo meine Lieben :-)

Nach einiger Zeit melde ich mich wieder aus Südafrika zurück.
Die letzten Monate waren sehr aufregend und abwechslungsreich. Viele Termine standen auf dem Tagesplan, einige spannende Handball-Events und der Besuch meiner Eltern.
Aber fange ich mal von vorne an:

Vor der Handball-Clinic hatten Yannic und ich die bedeutungsvolle Aufgabe, den Kindern für ihre Leistung Sportnoten zu geben. So standen wir nach 12 Jahren Schule auf der "anderen Seite" als Lehrer und durften über 1000 Kinder benoten. Um die Kinder beurteilen zu können, hatten sie verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Die jüngeren Kids (1.-3. Klassen) mussten im Babypool nach einem Ring tauchen und dabei die richtigen Arm- und Beinbewegungen ausführen, um eine gute Note zu erreichen. Außerdem war es uns sehr wichtig, dass die Kinder keine Angst vor dem Wasser zeigten und sich im Pool wohlfühlten. Die etwas älteren Kindern (4.-5. Klasse) hatten eine andere Aufgabe zu erledigen. Sie sollten im großen Pool eine Bahn mit Hilfe eines Brettes durchqueren. Bei dieser Herausforderng fokussierten wir uns hauptsächlich auf den Beinschlag, der benotet wurde. Viele der 6.Klässler zeigten uns schließlich dann, dass sie plötzlich sogar ohne Hilfe schwimmen können!! Der Schwimmunterricht hat sich also gelohnt :-)

Nach einer kurzen Einweisung in das Zeugnisprogramm gab ich dann die Noten – einschließlich einer Einschätzung im Sozialverhalten – in den Computer ein.


Handballclinic in Port Elizabeth


Die Freiwilligen aus Port Elizabeth organisierten zusammen mit einer Handball-Mannschaft aus P.E. eine Handball-Clinic (in Deutschland würde man sagen: intensives Trainingsprogramm mit anschließendem Handball-Turnier) für Kids. Diese fand vom 4.-6. März statt. Somit bekamen 10 meiner Handball-Kids die Chance, ein Wochenende in Port Elizabeth zu verbringen, zu trainieren, Handball zu spielen und Spaß zu haben.



Gemeinsam mit Silvana fuhren wir am Freitagmorgen mit dem Schulbus los. Damit die Kids an dieser Veranstaltung teilnehmen konnten, habe ich die Benzinkosten nach Port Elizabeth hin und zurück von meinen Spendengeldern finanziert. Hiermit möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei den Spendern bedanken, ohne deren Unterstützung so ein Ausflug nicht möglich gewesen wäre.

Als wir mittags im Hostel ankamen, hieß es erstmal ab zum Beach mit den Kindern. Das Wetter spielte sogar einigermaßen mit, es war ziemlich warm. Also dauerte es keine Minute bis alle Kinder im Meer waren und sich amüsierten. Nach dieser Abkühlung nutzten wir die Gelegenheit für ein Strandtraining mit den Kids – bis sie müde wurden. Anschließend gingen wir zusammen Kakao trinken und fuhren zurück ins Hostel.



Meine Lieblinge





Am Samstag fuhren wir zu einem Polygrasstadion, wo die Freiwilligen aus allen anderen Regionen mit ihren Handball-Kids sowie die P.E.-Vikings (Handballmannschaft aus Port Elizabeth, die von zwei Freiwilligen aus P.E. unterstützt wird) zusammen kamen. Die P.E.-Vikings hatten rund 12 Stationen mit verschiedenen Lauf-,Pass-,Koordinations-,Wurd und Kraftübungen vorbereitet. So wurden die Kinder in 12 Gruppen aufgeteilt und mussten jede Station einmal durchlaufen.







Wir Freiwilligen bereiteten zwischendurch Getränke und Essen für die Kids vor. Es war ein sehr heißer Tag mit über 30 Grad und die Kinder freuten sich sehr, als 2 große Rasensprenger eingeschaltet wurden. Nachdem alle Kinder die Stationen absolviert hatten, fuhren wir ins Township zu der Halle der P.E.-Vikings. Dort angekommen spielten die Kinder meiner Schule gegen drei andere Schulen – und gewannen zwei der drei Spiele. Darauf war ich sehr stolz und die Kids haben sich riesig gefreut.

Am nächsten Tag durften wir Freiwilligen gegen das Team der P.E.-Vikings Handball spielen. Auch das hat wirklich viel Spaß gemacht. Das Wochenende war ein voller Erfolg! Die Kinder haben viele neue Erfahrungen gesammelt und dabei eine Menge Spielpraxis gewonnen.



Unser Team in den vom Elsflether TB gesponsorten Trikots


Der Besuch meiner Eltern - Trip nach Namibia



Mitte März besuchten mich meine Eltern. Ich traf mich mit ihnen im Nachbarland Namibia. Wir verbrachten dort eine Woche, machten viele Touren durch Sand- und Steinwüsten, zu den Welwitschias (nur dort vorkommende Pflanze, die über tausend Jahre alt werden kann) und fuhren durch die ´Mondlandschaft´. Hier haben vor vielen Jahren tatsächlich amerikanische Astronauten für ihren Aufenthalt auf dem Mond trainiert.
 




Mondlandschaft





Namibia ist komplett anders als Südafrika – große Entfernungen, Weite, wenig Menschen. Da es früher eine deutsche Kolonie war, leben auch heute noch viele Deutschstämmige in Namibia. Viele Geschäfte und Straßen tragen noch deutsche Namen. So hatte man für eine Woche ein wenig das Gefühl nicht in Afrika, sondern eher in Deutschland zu sein mit der Ausnahme, dass es  heiß ist tagsüber und man von Wüsten umgeben ist. Ich würde immer wieder gerne nach Namibia fahren, die Wüsten haben es mir wirklich angetan. :)








Die zweite Woche der Osterferien fuhr ich dann mit meinen Eltern von Kapstadt (mit Ausflug auf den Tafelberg) die Gartenroute entlang bis zu meinem jetzigen Wohnort East London. Dort konnte ich den beiden dann zeigen, wo ich wohne und insbesondere wo ich arbeite. Mein Schulleiter Mr. Gamiet nahm sich viel Zeit. Er führte uns durch die Schule, gab uns viele interessante Erläuterungen über das Schulsystem in Südafrika und die besonderen Probleme in Township-Schulen.
Bei einer Schulveranstaltung am kommenden Tag konnten meine Eltern an der Auszeichnung von Schülern für besondere sportliche Leistungen teilnehmen. Die Zeit mit meinen Eltern verging wie im Fluge...





Nationales Beach Handball Turnier in Durban



Vor einigen Wochen bekam ich die Möglichkeit, als Mitglied im Team der P.E.-Vikings bei einem großen Turnier Handball zu spielen. Es ging in das 8 Stunden entfernte Durban, wo das nationale Beachhandball-Turnier Südafrikas stattfand. Es hat viel Spaß gemacht, endlich mal wieder nach so langer Zeit selbst in einer richtigen Mannschaft Handball zu spielen. Allerdings gelten für Beachhandball zum Teil andere Regeln. Das Spielfeld am Strand ist kleiner und es gibt spezielle Torwürfe mit besonderer Wertung. Ein erfolgreicher Wurf nach einer Körperdrehung wird zum Beispiel mit zwei Punkten belohnt. Das Spielen am Strand bei über 30 Grad war allerdings auch sehr anstrengend. Doch der Einsatz hat sich gelohnt.





 
Letztendlich kamen wir mit unserer Mannschaft ins Finale und gewannen sogar!! Somit sind wir nun nationale Beachhandball-Meisterinnen Südafrikas und ich bringe eine Medaille mit nach Hause. :)



Unser Pokal :)

video




Wassernotstand

Anfang Mai wurden wir plötzlich überrascht vom Ausfall der Wasserversorgung in East London. Einige Tage wurden benötigt um die Leitungen zu reparieren. Not macht erfinderisch, so duschten wir, als einige heftige regnete, draußen im Garten. Wir stellten alle erreichbaren Topfe in den Regen, um Trinkwasser aufzufangen. Die Supermärkte hatten schnell ihre Wasservorräte verkauft. Auch unsere Grundschule wurde deshalb für mehrere Tage geschlossen. Krankenhäuser führten nur noch Notoperationen durch und große Firmen wie Mercedes Benz in East London stellten für einige Schichten die Produktion ein.

Die letzten 100 Tage
 

Ab jetzt laufen die letzten hundert Tage in Südafrika. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell und es steht noch so viel bevor: Das letzte Mal ein Ferienprogramm organisieren, Fun- und Farewell- Tage an den Schulen vorbereiten – und unser letzter Roadtrip. Mein Mentor schlug uns vor, die besten Aktivitäten aus den letzten Monaten zu wiederholen, denn genau an diese werden sich die Kids später zurück erinnern.

Also werde ich die letzten hundert Tage in meinem zweiten Zuhause viel zu tun haben, aber auch die Zeit genießen.

Ich werde mich bald zurückmelden!

Bis dann :)